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25.02.

Covic: Ohne die Standards können keine Gespräche über den Status von Kosovo und Metohija geführt werden

Ich muss schlicht und einfach wiederholen, dass die Lebensumstände der Serben und aller anderen Nichtalbaner in der Provinz unaussprechlich schlecht sind. Dies bestätigt nicht zuletzt der letzte Bericht des UN-Generalsekretärs und ich möchte mich hiermit auch bei dem Herrn Spezialgesandten bedanken, der – trotz der sehr aggressiven Kampagne der Albaner und Teilen der internationalen Gemeinschaft – sehr prinzipiell darauf bestanden hat, dass man noch nicht einmal in die Nähe der Erfüllung irgendeines Standards gerückt ist.

Die Rede von Dr. Nebojsa Covic, dem Vorsitzenden des "Koordinationszentrum von Serbien und Montenegro für Kosovo und Metohija" vor dem UN-Sicherheitsrat am 24. Februar 2005.

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Exzellenzen, meine Damen und Herren,

ich möchte Sie im Namen des Ministerrates von Serbien und Montenegro und der Republik Serbien begrüßen und mich für die Gelegenheit bedanken auf dieser Sitzung über Kosovo und Metohija teilzunehmen.
Ich möchte zuerst daran erinnern, dass ich dem Sicherheitsrat bereits öfter über die unerträgliche Lage der serbischen und aller anderen nichtalbanischen Gemeinschaften in Kosovo und Metohija berichtet habe. Die häufigste Reaktion der internationalen Gemeinschaft war, dass die Welt allmählich verdrossen von diesem Thema sei, dass Kosovo und Metohija niemals die schweizerischen Demokratiestandards haben würde sowie dass Belgrad seine Politik zu verändern habe, um in den Zug – der die Station bereits verlassen habe – doch noch einsteigen zu können.
Ich muss schlicht und einfach wiederholen, dass die Lebensumstände der Serben und aller anderen Nichtalbaner in der Provinz unaussprechlich schlecht sind. Dies bestätigt nicht zuletzt der letzte Bericht des UN-Generalsekretärs und ich möchte mich hiermit auch bei dem Herrn Spezialgesandten bedanken, der – trotz der sehr aggressiven Kampagne der Albaner und Teilen der internationalen Gemeinschaft – sehr prinzipiell darauf bestanden hat, dass man noch nicht einmal in die Nähe der Erfüllung irgendeines Standards gerückt ist.
Als Ausrede für diesen Zustand können weder die Serben von Kosovo und Metohija noch Belgrad herhalten, sondern einzig und allein die politische Unreife der Anführer der mehrheitlichen albanischen Gemeinschaft dort. Einige Beispiele, die für die momentane Realität in der Provinz geradezu exemplarisch sind:

- Das Parlament und die Regierung von Kosovo und Metohija sind eindeutig nicht multiethnisch
- Es besteht kein Schutz der nichtalbanischen Gemeinschaften vor der Majorisierung.
- Es gibt keine erkennbare Strategie um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen sowie um die wirtschaftliche Erholung voran zu treiben.
- Die Serben und die anderen Nichtalbaner erhalten keine Möglichkeit die Beschäftigung im öffentlichen Sektor zu bekommen.
- Es besteht keine Bewegungsfreiheit für die Serben und die anderen Nichtalbaner außer der "Humanitären Busbeförderung" bzw. dem "Zug für die Bewegungsfreiheit".
- Die illegale "Privatisierung", die nur eine andere Form der "Ethnischen Säuberung" der Serben und der anderen Nichtalbaner darstellt, wird kontinuierlich fortgesetzt.
- Die fortdauernden Attacken gegen die Serben und die anderen Nichtalbaner werden rechtlich nicht verfolgt.
- Die Serben und die anderen Nichtalbaner haben nicht einmal das Recht auf den Gebrauch eigener Sprachen.
- Der Raub serbischer Besitztümer wird fortgesetzt ohne jegliche Reaktion der lokalen politischen Führung und der Polizei.
- Es gibt keine Rückkehr der Vertriebenen und der Ausgesiedelten aber auch keine sichtbare Anstrengungen der lokalen Politiker dieselbe anzustreben.
- Keine einzige Gemeinde in Kosovo und Metohija hat bisher ein Konzept für die Rückkehr der Vertriebenen und der Ausgesiedelten ausgearbeitet.
- Es passiert nichts in bezug auf den Wiederaufbau des zerstörten und beschädigten serbischen Kulturerbe, wofür man sogar der Serbisch-orthodoxen Kirche die schuld zuzuschreiben versucht.
- In der Provinz herrscht immer noch das multiethnische und gar multinationale organisierte Kriminal.
- Die Vorbereitungen, dem Kosovokorps – in dem übrigens die ununterbrochene Ausbildung der gewaltbereiten albanischen Extremisten stattfindet - eine Militärstruktur zu verpassen, widersprechen eindeutig der UN-Resolution 1244
- Es gibt weder die Teilnahme an den, noch das Grundvertrauen der Serben und der anderen Nichtalbaner in die lokale politische Machtstrukturen, weil alle Nichtalbaner faktisch die Bürger zweiter Klasse sind.
- Seit Oktober 2000 lehnen die führenden albanischen Politiker jegliche Form eines Dialogs mit Belgrad und beschuldigen dafür nach der klassischen "Haltet den Dieb-Taktik die andere Seite.
- Die albanisch kontrollierten Medien in Kosovo und Metohija schüren ununterbrochen den Hass gegenüber den Serben und anderen Nichtalbanern und stehen ausschließlich im Dienste einer "Unabhängiges Kosovo"-Kampagne.
- Es existiert definitv kein Rechtsstaat insbesondere in bezug auf die Serben und die anderen Nichtalbaner.

Trotz dieser verheerenden Situation besteht man darauf, dass die Frage des endgültigen Kosovostatus eröffnet wird, weil angeblich das Status quo unmöglich sei. Selbstverständlich sind wir als Erste, ist Belgrad sehr gegen das heutige Status quo in Kosovo und Metohija. Wir bestehen allerdings in erster Linie auf der strikten Erfüllung der UN-Resolution 1244 und dies allein wäre ein riesiger Fortschritt und ein entscheidendes Aufbrechen des wahrlich unerträglichen Status quo! Die Wirklichkeit jedoch sieht ganz anderes aus. Entgegen der UN-Resolution 1244 übt die albanische Mehrheit seit nun sechs Jahren einen enormen Druck und eine enorme Gewalt auf die serbische Gemeinschaft in der Provinz aus, die Serben scheinen zum völligen Verschwinden verurteilt zu sein. Wie kann man sich also - im Lichte dieser unbestreitbaren Fakten - allein die Gedanken über die Zukunftsperspektiven und den endgültigen Status eines multiethnischen Kosovo und Metohija, machen?
Die internationalen Kräfte versuchen seit dem Jahre 1999 die Voraussetzungen für eine demokratische und multiethnische Gesellschaftsform zu schaffen und vor drei Jahren wurde mit voller Unterstützung Belgrads das Prinzip "Standards vor dem Status" formuliert und proklamiert. Obwohl auch der Bericht des UN-Generalsekretärs bestätigt, dass die Standards in den vergangenen sechs Jahren mitnichten erfüllt worden sind, behauptet man nun, dass in den einigen wenigen Monaten, die vor uns liegen, ein wundersamer Fortschritt zu erwarten sei und dass dadurch die Voraussetzungen für die Statusgespräche erschaffen werden sollen (?!). Es wird sogar angedeutet, dass man das vereinbarte Prinzip "Standards vor dem Status" in eine "Standards und Status-Politik" umdeuten möchte. Die wäre allerdings ein verheerendes Armutszeugnis des Scheiterns der Volkergemeinschaft in bezug auf die angestrebte demokratische und multiethnische Gesellschaftsform in Kosovo und Metohija.

Ich möchte diesbezüglich daran erinnern, dass unser Standpunkt seit der demokratischen Umwandlung in Belgrad vom Oktober 2000, der gleiche geblieben ist. Wir versuchen die ganze Zeit zusammen mit der internationalen Gemeinschaft die vertrauensbildenden Maßnahmen voran zu treiben und eine multiethnische Gesellschaft auf die Beine zu stellen. Auf diese Art haben wir auch die explosive Lage im Süden von Zentralserbien erheblich entschärfen können. Als wir jedoch versucht haben, dasselbe Vorgehen in Kosovo und Metohija zur Anwendung zu bringen, wurden wir absolut abgeblockt, jede unserer politischen Initiativen wurde automatisch zurückgewiesen.
Wir sind fest entschieden, das Stillschweigen zwischen Belgrad und Pristina möglichst bald zu überwinden und nur zur Erinnerung – dieses Stillschweigen ist durch die massive und zentral organisierte albanische Pogrome an den Serben im März letztes Jahres entstanden. Sowohl vor diesen Gewaltausbrüchen als auch heute waren wir der Meinung, dass das Bestehen der serbischen Gemeinschaft in Kosovo und Metohija direkt vom Grad ihres institutional garantierten Schutzes abhängt sowie, das eine konstruktive politische Dezentralisierung der beste Weg dazu darstellt. Unsere Lageeinschätzung hat nämlich ergeben – und die gewaltbeladene Wirklichkeit hat dies leider bestätigt – dass die fortdauernde akute Gefährdung der serbischen Gemeinschaft den Vorrang in bezug auf die "Technische Fragen" haben soll.
Unter der Berücksichtigung all dieser Tatsachen haben wir zusammen mit dem Herrn Spezialgesandten die Fragen der Reaktivierung der Arbeitsgruppen für die verschleppten und verschwundenen Personen sowie für die Energetik bzw. für den Wiederaufbau der zerstörten und beschädigten serbischen Kirchen und Klöster, besprochen. Das erste Treffen der Arbeitsgruppe für die verschleppten und verschwundenen Personen wird bereits am 10. März in Belgrad stattfinden. Bestimmte Schritte in bezug auf die Arbeit der Hohen Arbeitsgruppe für die Sicherheit sowie auf die Arbeitsgruppen für die Dezentralisierung, den Verkehr und die Rückkehr wurden auch unternommen und wir hoffen, dass wir in einigen Wochen die ersten Ergebnisse werden vorstellen können. Ich betone noch einmal, dass Belgrad absolut bereit ist an allen Prozessen der Normalisierung in Kosovo und Metohija teilzunehmen – allerdings als ein normaler gleichberechtigter Partner.
Um kurz auf die anfängliche Metapher zurück zu kommen – wohin fährt nun mal dieser Zug von oder mit Kosovo und Metohija? Falls sein Ziel Europa heißt, dann wäre ein getrennter Nebengleis unnötig und unsinnig, Serbien und Montenegro sind auf dem festgelegten und unumkehrbaren Wege in die EU. Ein monoethnisches und undemokratisches unabhängiges Kosovo und Metohija hätte allerdings in einem Europa ohne Grenzen wahrlich nichts zu suchen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit

Ikone des Hl. Nikolaus
zerstört 2004, Kosovo
Ikone des Hl. Nikolaus, 
            zerstört 2004, Kosovo
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